Partnerlook

von Jannika Schulz am 13.11.2012 um 10:38
Die RTL-Nord-Reporterin Jannika Schulz ist im Rahmen des Journalistenaustauschprogramms „Medienbotschafter China – Deutschland“ in Fernost unterwegs. Bei uns im Blog berichtet sie über ihre persönlichen Eindrücke aus dem "Land des Lächelns".

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Was in Deutschland seit Jahren verschrien ist, erlebt in China derzeit einen absoluten Boom: der Partnerlook.

china4a_partnerlook_121113_thumbUnd das gilt für Paare, Freunde oder auch für ganze Familien. Der Zwillingslook reicht dabei vom komplett gleichen Outfit bis zu nur einem gleichen Detail. Selbst Schulkinder, die schon in der Penne dazu verdammt sind, mit dem gleichen Einheitsjogginganzug herumzulaufen, wählen auch für ihre Freizeit häufig eine uniforme Cliquenkleidung.

china4_partnerlook_121113_thumbEines der beliebtesten Partnerlookstyles ist dabei die Pandacap in puschelschwarzweiß. Sie wird sowohl von Chinesen selbst als auch von Ausländern gerne getragen.

Landesweit gibt es sicher tausende solcher Pandaköpfe, der damit zum Symbol wird für Chinabegeisterung, Gemeinschaftssinn und Völkerverständigung.

jannika_121009_thumbHerzliche Grüße,

Jannika Schulz
Austauschjournalistin in Peking

Mehr über das Austauschprogramm erfahren Sie unter www.medienbotschafter.com.

Fotoleidenschaft

von Jannika Schulz am 06.11.2012 um 17:28
Die RTL-Nord-Reporterin Jannika Schulz ist im Rahmen des Journalistenaustauschprogramms „Medienbotschafter China – Deutschland“ in Fernost unterwegs. Bei uns im Blog berichtet sie über ihre persönlichen Eindrücke aus dem "Land des Lächelns".

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Viele Chinesen teilen dieselbe Leidenschaft: das Fotografieren. So lichten sie mit großer Begeisterung und sehr gründlich alle Sehenswürdigkeiten, Berge, Tempel, Parks, Häuser und Steine ihrer Umgebung ab. Am liebsten aber knipsen sie sich gegenseitig und das in possierlich Posen:china4_foto_121106_thumb Platz 1 auf der Beliebtheitsskala belegt dabei das Victory V, kurz gefolgt vom elegantem Fingerzeig auf die im Hintergrund daliegende Fotowürdigkeit. Sehr beliebt auch die Komposition aus schalenförmiger Handhaltung und darin ruhendem Sonnenball am Horizont. Weiteres Fotoposinghighlight ist das gruppendynamische Schulter-um-Schulterfassen im Partnerlook mit Kollektiv-V-Zeichen.
Das Alter oder der soziale Status des Fotoobjekts spielt dabei keine Rolle. china5a_foto_121106_thumbSelbst Opas und Manager grinsen ein zuversichtliches Victoryzeichen in die Linse.

Wichtig bei alledem ist das lautstarke in Position Rufen des Fotografen und das Einzählen des Aufnahmevorganges: 1, 2, 3, Aubergine! china5_foto_121106_thumbKommt ein Westler mit blonden Haaren und blauen Augen ins Fotorevier, der sich gegenseitig abschießenden Chinesen, wird er häufig als Sehenswürdigkeit mit in das Foto eingebaut. Dies gilt vor allem für Provinzchinesen in deren Heimat sich kaum Langnasen verirren. Im Anschluss ergibt sich dann häufig noch ein kleiner interkultureller Diskurs über Herkunft, deutsche Autos und europäische Fußballclubs.

Mittlerweile habe ich diese Art der Begegnung sehr lieb gewonnen und ich lasse mich jedes Mal ebenfalls mit den Chinesen fotografieren. Denn auch wenn wir uns wegen der Sprachbarriere kaum verständigen können, so spüre ich doch, dass diese Momente für alle sehr wertvoll sind. Manchmal ist ein gemeinsames Foto vielleicht mehr wert als tausend Worte.

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Herzliche Grüße,

Jannika Schulz
Austauschjournalistin in Peking

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Hundekult

von Jannika Schulz am 23.10.2012 um 17:10
Die RTL-Nord-Reporterin Jannika Schulz ist im Rahmen des Journalistenaustauschprogramms „Medienbotschafter China – Deutschland“ in Fernost unterwegs. Bei uns im Blog berichtet sie über ihre persönlichen Eindrücke aus dem "Land des Lächelns".

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Wer denkt Chinesen essen Hunde ist auf dem Holzweg.
Der Chinese von heute hält sich einen Hund als Haustier. Neben handlichen Miniaturausgaben, sind vor allem große und typisch deutsche Hunde wie Golden Retriever beliebt. Wohnung, Auto, Kind und Hund, dieses Familienbild gilt seit einigen Jahren nun auch im Reich der Mitte. Für viele kinderlose Paare ist, genau wie auch bei uns, der Vierbeiner dabei Nachwuchsersatz.

Auf die Schönheit des haarigen Freundes legen die Besitzer sehr viel Wert: So kämmen sie ihre Wauwis gerne ausgiebig im Park oder der Hund kommt gleich in den Beautysalon. Vor allem das „geföhnt werden“ gefällt den Wolfnachfahren dabei besonders. Wer es verrückt mag, kann seinem Hund auch das Fell tönen lassen. Beliebt ist dabei der Pandalook. Außerdem gibt es bunte Kunstnägel für die Pfötchen.

china_blog_hund_121023_sonderWird der Hund zum Fotoobjekt lassen Herrchen und Frauchen ihren Wuffi zu Höchstform auflaufen: Männchen machen oder Hunde-Flummi spielen.

Eine tragische Seite hat der Hundekult allerdings auch: Wegen mangelnder Erfahrung in der Tierhaltung sind viele Besitzer schon nach wenigen Wochen so von ihren Lieblingen genervt, dass sie sie wieder loswerden wollen. Im größten Tierheim Pekings leben derzeit 3.000 verstoßene Hunde.

Herzliche Grüße,jannika_121009_thumb

Jannika Schulz
Austauschjournalistin in Peking

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Hallo Sonne

von Jannika Schulz am 18.10.2012 um 10:30
Die RTL-Nord-Reporterin Jannika Schulz ist im Rahmen des Journalistenaustauschprogramms „Medienbotschafter China – Deutschland“ in Fernost unterwegs. Bei uns im Blog berichtet sie über ihre persönlichen Eindrücke aus dem "Land des Lächelns".

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Viele Chinesen haben, ähnlich wie auch Japaner und Südkoreaner, eine große Vorliebe für alles Niedliche. So stecken sich noch Mittvierziger Hasen-Öhrchen aus Plüsch auf den Kopf und Teenager-Jungs tragen Panda-Caps zu Tiger-Turnschuhen mit Puschelschwanz. Auch die bildreiche Sprache der Chinesen klingt, zumindest übersetzt und in unseren Ohren, sehr oft sehr süß. chinablog2_foto_121018_thumbSo rufen beispielsweise selbst ausgewachsene Männer, die auf den heiligen Berg „Tai Shan“ gepilgert sind, um dort dem rituellen Sonnenaufgang beizuwohnen, beim Anblick der Himmelsscheibe mit kindlicher Begeisterung: „Sie ist rausgekommen, sie ist raugekommen!“ Zuvor wird der goldene Feuerball, etwa wenn er sich erdreistet hinter einer Wolkenwand aufzusteigen, aufgefordert: „Zeig dich Sonne, zeig dich Sonne!“ Die Rufe erschallen dabei im Chor Richtung (Nicht-)Sonnenaufgang. Getragen wird zu diesem eiskalten Event ein fescher altmodischer Armemantel in zeitlosem Oliv mit Fake-Pelzaufsatz und goldenen Knöpfen. Ist die Sonne dann endlich raus, schlägt die Stunde der Knipser: „1, 2, 3, Aubergine“, ist hier das Äquivalent zu unserem „Cheese“. chinablog2_foto_121018_thumbMit jährlich sechs Millionen Besuchern gilt der im Taoismus heilige „Tai Shan“ als einer der meistbestiegenen Berge der Welt.

6293 Stufen über 1350 Höhenmeter trennen die sonnenhungrigen Bergsteiger vom Aussichtspunkt, den schon Konfuzius und Mao erklommen haben sollen. Ob sie allerdings ähnlich niedliche Sonnenanfeuerungschoräle gebildet haben, ist nicht überliefert.

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Herzliche Grüße,

Jannika Schulz
Austauschjournalistin in Peking

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Pekingtanz

von Jannika Schulz am 09.10.2012 um 15:05
Die RTL-Nord-Reporterin Jannika Schulz ist im Rahmen des Journalistenaustauschprogramms „Medienbotschafter China – Deutschland“ in Fernost unterwegs. Bei uns im Blog berichtet sie über ihre persönlichen Eindrücke aus dem "Land des Lächelns".

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Es ist ein allabendliches Ritual in der 20-Millionen-Metropole Peking:

Sobald die Dämmerung einsetzt, verlangsamt sich der Pulsschlag der wuselig-lärmenden Hauptstadt. Es beginnt die Zeit der Tänzer. Auf Plätzen und in Parks versammeln sie sich, um stundenlang mit größter Hingabe ihrer Leidenschaft zu frönen. Eine oder mehrere Vortänzerinnen geben dabei in der ersten Reih zu Musik, die klingt wie eine Mischung aus Modern Talking und sentimental-dramatischer Pekingoper, die Choreographie vor. In Reihe und Glied folgen die (meist ausschließlich) Frauen den elegant-sanften Bewegungen der Vorderfrauen. Die Kleiderordnung ist lässig. Meistens tragen die Frauen bequeme Joggingteile, einige kommen aber auch im Businessdress, wahrscheinlich direkt von der Arbeit. chinablog_121009_thumbMancherorts wird auch Paartanz getanzt. Hier zeigt sich mehr Freiraum für eigene Interpretationen. Wobei die meisten Paare (vor allem die Herren) offensichtlich sehr an der Außenwirkung ihrer Bewegungskünste interessiert sind. Immer stehen dutzende Zuschauer um die Tänzer herum. Kleinkinder hüpfen vergnügt zur Musik und selbst coole Teenager bleiben stehen und werden eingenommen von der fesselnden Leidenschaft der Tänzer.

Denn so unterschiedlich sie auch sein mögen, in der megakomplexen Riesencity Peking: Auf der Tanzfläche sind sie alle ganz offensichtlich sehr glücklich.

jannika_121009_thumbHerzliche Grüße
Jannika Schulz
Austauschjournalistin in Peking

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