Muttertag im Baumarkt

von Ludger Menke am 07.05.2010 um 10:03
Mütter-Doppel: Kathrin Bensemann und Nicole Ide

Zwei Mütter - zwei Meinungen.

Einmal pro Woche melden sich ab sofort unsere Online-Redakteurinnen Nicole und Kathrin - beides Doppelmamis - in unserem Mama-Blog „Mütter-Doppel“ zu Wort - und diskutieren kontrovers Themen rund um Kinder und Erziehung.
Und natürlich ist dabei auch IHRE Meinung, liebe User, gefragt. Diskutieren Sie mit!


Nicole IdeNicole Ide: Kurz vor 9 Uhr ist Rushhour bei uns im Kindergarten, der kleine Vorraum ist voll von Müttern und Kindern, denn alle müssen ja ihre Lütten pünktlich zum Morgenkreis abgeben.
Plötzlich ruft eine Mutter erstaunt in die Runde, als sie gerade aus der Kiste ihrer Kleinen ein rotes Papp-Herz herausholt: „Oh, was ist das denn Schönes?“. Wir alle schauen natürlich hin: Da war sie, die diesjährige Muttertagsüberraschung - allerdings kann von Überraschung jetzt wohl nicht mehr die Rede sein. Geht’s denn nicht etwas dezenter?

Kathrin Bensemann: Ok, ich bin selbst ein Muttertag-Versager! Die Erinnerung an tränenreiche Muttertage – eingebrannt in meinen Kopf, noch immer beschämend. Mein Bruder und ich hielten lieber weiter das Bett warm, als die Frühstückseier auf dem liebevoll gedeckten Muttertagstisch. Irgendwann beschloss meine Mama, ihren Ehrentag einfach zu ignorieren. Das kam uns entgegen – aber je älter wir wurden, umso lauter meldete sich das schlechte Gewissen.
Ein festgelegter Tag, an dem man Mutter besonders mag? Brauchen wir den wirklich?

Nicole Ide: Einmal mehr an unsere Mamas zu denken und sie mit etwas zu überraschen ist doch schön! Es darf gern noch der eine oder andere Tag im Jahr dazu kommen und muss sich ja nicht nur auf diesen zweiten Sonntag im Mai beschränken.

Kathrin BensemannKathrin Bensemann: Nein, wir brauchen keinen Muttertag! Das denke ich noch immer, obwohl ich mittlerweile selbst Doppelmutter bin. Damit liege ich offenbar im Trend. Auch der Kindergarten meiner Kinder schafft Fakten: Er spart sich das Basteln für den Muttertag.

Nicole Ide: Ich finde es ja immer wieder niedlich, wenn am sonntäglichen Muttertagsmorgen meine Töchter (9 und 2 Jahre) mit was Selbstgebasteltem oder -gemaltem vor meinem Bett stehen und mir mit großen, stolzen Augen ihre Werke auf die Bettdecke legen. „Oh“, denk ich dann „das muss ich unbedingt aufbewahren und später mal ins Album kleben.“
Sind die Dinge jedoch zu sperrig und platzfressend, dann, Stolz und große Augen hin oder her, werden diese Basteleien fix von mir entsorgt, bevor sie sich ins Hirn meiner Töchter einbrennen. Und meine Mädchen eventuell später mal fragen: „Du, Mama, wo ist eigentlich…?“

Kathrin Bensemann: Meiner Meinung nach ist es doch auch irgendwie schöner, den Strauß Blumen oder das selbst gebastelte Herz als Anerkennung zwischendurch zu bekommen – wenn meine drei Männer im Hause das Bedürfnis haben. Und nicht nur, um den Blumenläden und Parfum-Shops die Kassen voll zu machen.
Ich habe heute meine Söhne gefragt, was für sie der Muttertag ist. Für meinen Dreijährigen war die Sache ganz klar: „Mama, wenn du mit uns ganz allein in den Baumarkt fährst.“ Dazu strahlte er übers ganze Gesicht. Was kann schöner sein?

Was meinen Sie, liebe Zuschauer? Ist Ihnen der Muttertag wichtig? Schreiben Sie uns Ihre Meinung.

Ihre Kathrin Bensemann und Nicole Ide
Redakteurinnen RTLregional.de



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Kommentare

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  1. Marlies H. schreibt:

    Wir haben den Muttertag auch abgeschafft. Der Tag steckt doch so voller Erwartungen, die doch nicht alle erfüllt werden können. Dazu kommen noch die völlig überteuerten Blumenpreise an diesem Tag. Ein Strauß aus dem Garten zwischendurch würde viel mehr Freude machen.

  2. Johnny Colognesome schreibt:

    Meine Mutter war ja immer gegen den Muttertag. Feierei, Blumen morgendliche Überfälle am Bett: Verboten!
    Die Begründung habe ich nie ganz verstanden. Es ging so in die Richtung, dass sie den Muttertag als Betonierung von überholten Mütterpflichten verstanden hat. So nach dem Motto: Ein Mal im Jahr schön feiern, damit danach immer Pausenbrote geschmiert und Wäsche gewaschen wird.

    Wie wäre es mit einem *Elterntag*, an dem beide Elternteile mit Blumen und Selbstgebasteltem bestochen werden, damit sie den Rest des Jahres Pausenbrote schnmieren und Wäsche waschen - immer schön im abwechselnd.

    Übrigens: Pausenbrote wurden mir nie geschmiert. Weder vom einen, noch von der anderen. Dafür bin ich jetzt Stullenschmiermeister. Das ist auch nicht schlecht.

  3. Tanja B. schreibt:

    Ich habe meiner Mutter früher immer etwas Schönes zum Muttertag geschenkt und war dann die ersten beiden Jahre schon enttäuscht, dass mein Mann nicht zusammen mit meiner Tochter eine "Anerkennung"geschenkt hat. Mittlerweile kommt bald das zweite Kind und der dritte Geburtstag der ersten. Vermisse ich was? Nein. Zwischendurch gibts genug tolle Worte. Gerade heute nahm mich die Grosse in den Arm und sagte: "Du bist die liebste Mami der Welt!"

  4. Nadine H. schreibt:

    Meine Mutter freut sich sehr auf den Muttertag. Ihm keine Anerkennung zu schenken würde mir ein schlechtes Gewissen bereiten. Aber ich denke es kommt auf kleine Gesten an und nicht auf große Geschenke. Außerdem ist der Muttertag eine gute Gelegenheit für Kinder darüber nachzudenken wieviel Arbeit Mütter in das Familienleben stecken. Obwohl sich diese Überlegung wohl eher größere Kinder machen. Als kleines Kind fand ich es bloß unfair, dass meine Eltern einen besonderen Tag hatten und es für mich keinen KINDERTAG gab. Gebastelt habe ich trotzdem für meine Mutter.

  5. Beate F. schreibt:

    Und wenn es keinen offiziellen Muttertag gäbe, wäre es auch wieder falsch, oder?

  6. Anna-Maria G. schreibt:

    Bei uns zu Hause gibt es den Muttertag nicht. Ich habe das als Kind immer als besonders stressig empfunden, weil ich mir nie wirklich vorstellen konnte, dass meine Mutter sich über diesen Bastelkram wirklich freut.

    Aber ich denke, dass ist einfach von Familie zu Familie unterschiedlich. Wer den Muttertag feiern will, soll das tun. Wer nicht eben nicht. Wichtig ist doch nur, dass jeder mit seiner Lösung zufrieden ist.

  7. Anne Grobelny schreibt:

    Hallo liebe junge Mütter,

    Muttertag ist solange was "Besonderes", solange man selbst Kind oder Mutter von kleinen Kindern ist, sobald die eigene Mutter in die ewigen Jagdgründe eingegangen ist und die eigenen Kinder es "Hoppla" vergaßen, dann wird es Zeit seinen "eigenen" Muttertag zu feiern; oder den Wellnesstag oder den "Alles vegeben+vergessen Tag - der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt! Feiert Euch selbst! ANNE aus Bonn :-)

  8. Kim Y.I. schreibt:

    Meine Mutter macht sich nicht viel aus Muttertag,hat keine Erwartungen daran. Trotzdem kommt an diesem Tag jedes Jahr die Familie zusammen und das ist doch eigentlich das Besondere,alleine hierfür lohnt sich dieser Tag jedes mal :-) . Das hält die Familie zusammen,heutzutage sind Familientreffen sowieso viel zu selten.

  9. Maria schreibt:

    Ich finde es nicht schlecht, dass es einen Muttertag gibt.
    Aber es ist traurig, wenn man seiner Mama nur am Muttertag eine Freude macht und sie nicht mal zwischendurch mit einem Blümchen überrascht.
    Aber ich finde es wirklich sehr niedlich, wenn kleine Kids ihren Mamis zum Muttertag kleine Geschenke machen, die sie selbst gebastelt haben. Die Kleinen wollten das ja gerne machen.
    Wenn sie größer werden, machen die Kinder das nur noch aus Pflichtgefühl, wenn überhaupt. Das finde ich schade!

  10. Gerd schreibt:

    Wenn ich mich zurückerinnere, so war Muttertag für mich immer mit Freude verbunden:
    In frühen Jahren die Vorfreude beim Basteln eines Geschenks (ein mit Perlen verziertes Schächtelchen oder ein selbstbestickter Polster ...) und das Gefühl, ein Geheimnis zu haben, von dem die Mutti nix wissen darf.


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