Entscheidung in Extremsituation

von Jasmin Wiegand am 08.03.2010 um 18:17
jasmin_blog_100305Guten-Abend-RTL-Moderatorin Jasmin Wiegand wird Augenzeugin des spektaklären Überfalls auf das Pokerturnier in Berlin.

Es ist ein friedlicher, sonnendurchfluteter Samstag in Berlin. Ich wurde von Freunden eingeladen, bei einem der größten Pokerturniere Europas im Hotel Hyatt dabei zu sein. Der Jackpot von rund einer Million Euro lockt nicht nur die besten Pokerspieler der Welt zum Potsdamer Platz, auch zahlreiche Pressevertreter sind vor Ort, um über das Event zu berichten.

Um 14.15 Uhr passiert es: Ich gerate in eine absolute Extremsituation. Aus Alltag wird Ausnahmezustand. Ich stehe gerade in der Lobby an einem Treppenabsatz, der zum Turnierbereich führt, als ich plötzlich nur ein paar Meter von mir entfernt markerschütternde Schreie höre. Es kracht und rummst und hört sich an, als würde jemand wie wild mit schweren Gegenständen schmeißen. Mein Körper signalisiert mir sofort: "Hier stimmt etwas nicht!“. Mein Herz rast, meine Hände zittern, doch in meinem Kopf kommen diese Warnsignale noch nicht an. Mein Verantwortungsgefühl meint, mich nach oben in den Vorraum schicken zu müssen – vielleicht ist jemand verletzt und braucht meine Hilfe?

Die Entscheidung wird mir glücklicherweise abgenommen: In diesem Augenblick stürmen die ersten Spieler panisch aus dem Turnierraum über die Treppe in die Lobby, ich sehe Angst in ihren Gesichtern, Entsetzen und ein Mann brüllt "Ruf die Polizei, ruf die Polizei!". Mein Verstand versucht, die Situation einzuordnen: Läuft jemand Amok? Ist einer der Spieler durchgedreht? Ist es "nur" eine Schlägerei? Auf die Idee, dass es sich um einen bewaffneten Raubüberfall handelt und ich um ein Haar den Tätern in die Arme gelaufen wäre, komme ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Eines weiß ich jedoch sicher – Gefahr liegt in der Luft, und auch ich sollte mich schleunigst in Sicherheit bringen.

Überfall PokerturnierNur wohin? Ins Freie? Um dort vielleicht den flüchtenden Tätern zu begegnen? In die Tiefgarage, wo vielleicht das Fluchtauto der vier bis fünf maskierten Männer steht? Ich drehe mich in verschiedene Richtungen und springe schließlich in den Fahrstuhl, schaffe es mit Mühe und Not, meine Hotelkarte mit zitternden Händen in den dafür vorgesehenen Schlitz zu schieben und flüchte in mein Zimmer.

Später erfahre ich, dass die Spieler nicht nur über verschiedene Ausgänge und sogar durch die Küche flüchteten - ein paar versteckten sich hinter Vorhängen, Tischen und Säulen. Es gab tatsächlich drei Menschen, die nicht die Flucht ergriffen, sondern sich der Gefahrensituation stellten: der Security-Mitarbeiter, der versuchte, die Täter zu überwältigen, ein Kameramann, der die Täter nur wenige Meter entfernt filmte und ein Fotograf, der seine Kamera den Tätern direkt vor das Gesicht hielt.

Jeder der Anwesenden traf also in diesen angstvollen Sekunden seine ganz persönliche Entscheidung und keiner wusste, ob es die Richtige war. Ein beunruhigender Gedanke, der mich auch jetzt noch verfolgt. Doch immerhin: Dieses Mal kamen wir alle unverletzt und mit dem Schrecken davon – und ich hoffe sehr, dass es für mich kein nächstes Mal geben wird.

Ihre
Jasmin Wiegand
Moderatorin Guten Abend RTL
für Niedersachsen und Bremen


RTL exklusiv: Sehen Sie hier die dramatischen Bilder vom Überfall

Gastkommentar: Eine starke Familie

von Redaktion am 08.03.2010 um 17:22
Elisabeth Heister-NeumannEin Gastkommentar von Elisabeth Heister-Neumann (CDU), Kultusministerin des Landes Niedersachsen, zu unserem Beitrag "HIV positiv"

Mich hat der Beitrag sehr bewegt. Welche Ängste müssen dahinterstecken, die Krankheit der Eltern vor den eigenen Kindern zu deren Schutz verheimlichen zu müssen. Die Entscheidung wurde getroffen in einer Zeit, als HIV und AIDS in der Gesellschaft stigmatisiert wurden. Dieses hat sich zum Glück gewandelt, derzeit ist eher das Thema, diese tödliche Krankheit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Doch stellt sich bei den Eltern die Frage, welche zusätzliche Belastung sie durch das lange Verschweigen hingenommen haben. Wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um es den Kindern zu sagen, die Zeit des Schweigens zu beenden? Wie werden die Kinder reagieren? Der Schock wird kommen, doch auch die Fragen, warum habt ihr es uns nicht früher gesagt? Warum jetzt? Der Beitrag zeigt, dass die Familie stark ist, dass sie in dieser schwierigen Situation die Kraft findet, jetzt gemeinsam dieses Schicksal zu tragen. Ich wünsche ihnen, dass sie diese Kraft auch für die Zukunft bewahren können. Es sollte uns ein Beispiel sein, wenn die alltäglichen Probleme einmal zu viel erscheinen.

Links:

Zeigt her Eure Brüste!

von Jasmin Wiegand am 05.03.2010 um 11:02
Jasmin WiegandAlice Schwarzer würden die Mundwinkel vor Schreck wahrscheinlich in die Kniekehlen fallen und auch ich schämte mich bei der folgenden Geschichte ein bisschen fremd.

Da bietet eine 28-Jährige auf Mallorca doch tatsächlich ihre Brüste feil: Für Geld und ein Foto darf Mann Meike Muttersbach aus Bremen an die Oberweite in Größe D fassen. Nun ist es nicht so, dass die junge Frau zu diesem Schritt gezwungen wäre, nein, Meike hat für den Animationsjob auf der Urlaubsinsel ihren Job als Bürokauffrau gekündigt und sich somit bewusst für diesen neuen Karriereweg entschieden. Sie selbst war es, die sich von Anfang an als "Die Brust von Mallorca" vermarktete und die – so ließ sie in einem Internetinterview verlauten – Vergnügen daran hat, den ganzen Tag befummelt zu werden.

Die Brust von MallorcaDer körperliche Einsatz scheint sich auch noch gelohnt zu haben, denn mit ihren unverblümten Auftritten erregte sie die Aufmerksamkeit eines Musikproduzenten, der aus der Bremerin mit den zwei schlagenden Argumenten einen Schlagerstar machen will. Da stellt sich mir doch die Frage – und Alice Schwarzer könnte mir sicher eine Antwort darauf geben: Wenn eine Frau so bestimmt ihren Weg geht und einfach nur das macht, was ihr gefällt – ist das nicht auch eine Form von Emanzipation? Sagen Sie es mir, liebe Zuschauer, ich freue mich auf Ihre Meinungen.

Ihre
Jasmin Wiegand
Moderatorin Guten Abend RTL
für Niedersachsen und Bremen


"Die Brust von Mallorca" - Hier sehen Sie unseren Beitrag über Meike Muttersbach

Hurra, es ist ein Blog!

von Ludger Menke am 05.03.2010 um 10:53
Guten Abend RTLZuwachs bei Guten Abend RTL und RTLregional.de: Ab heute gehen unsere Moderatorinnen, Redakteure und Reporter unter die Blogger. Von Montags bis Freitags berichten wir aus der Region – für die Region. Was wir dabei sehen, zeigen wir Ihnen jeden Abend ab 18 Uhr in Ihrem Regionalprogramm Guten Abend RTL.

Immer wieder gibt es aber Ereignisse, zu denen wir als Moderatorinnen, Reporter oder Redakteure unsere ganz persönliche Meinung haben. Wir treffen Menschen, deren Geschichten uns auch über den Beitrag hinaus beschäftigen. Diese Geschichten möchten wir Ihnen hier im Weblog bei RTLregional.de noch ein Stückchen näher bringen.

rtlregional.deVor allem aber möchten wir Ihre Meinungen dazu hören: Über unsere Kommentarfunktion können Sie Ihre Gedanken zu Beiträgen und Geschichten aufschreiben, Fragen stellen oder mit uns in Kontakt treten. Wir sind sehr gespannt, von Ihnen zu lesen - unter blog.rtlregional.de.

Was ist ein Weblog oder Blog?


Der Begriff Weblog oder verkürzt Blog setzt sich aus dem englischen Begriff „World Wide Web“ und „Log“ für Logbuch zusammen. In einem Blog werden in regelmäßigen Abständen Beiträge veröffentlicht. Dabei kann es sich um Texte, Bilder, Fotos, Audiobeiträge (Podcasts) oder Videos handeln. Im Gegensatz zu journalistischen Artikeln sind diese Beiträge oft persönlich gehalten und in der Ich-Form verfasst.

Weitere Informationen über Blogs finden Sie auch in der Wikipedia.

Ludger Menke
für RTLregional.de


Meist Diskutiert

Aktuelle Einträge

Partnerlook
(13.11.12 10:38)
Fotoleidenschaft
(06.11.12 17:28)
Hundekult
(23.10.12 17:10)
Hallo Sonne
(18.10.12 10:30)
Pekingtanz
(09.10.12 15:05)

Kategorien

Blog-Suche

Blog abonnieren