Der (Alb)Traum vom Fliegen

von Jasmin Wiegand am 11.03.2011 um 12:49
jasminflug_blog_sonder

Flug EK045 von Dubai Airport nach Frankfurt Flughafen. „ Liebe Fluggäste, hier spricht Ihr Kapitän. Wir werden in circa 30 Minuten landen, bitte nehmen Sie nun wieder ihre Plätze ein und schnallen Sie sich an. Vielen Dank.“

Ich versuche mich zu entspannen. Noch eine halbe Stunde, denke ich, dann hast Du es mal wieder geschafft und bist auch dieses Mal nicht abgestürzt. Wobei die Landung wie auch der Start die ganz besonders kritischen Momente für Menschen wie mich sind – ich habe seit dem Attentat vom 11. September Aviophobie, also Flugangst.

Das führt zu folgenden, für meine Begleitpersonen oftmals anstrengenden Verhaltensmustern:

• Ich beobachte schon bei der Sicherheitskontrolle meine potentiellen Mitreisenden auf der Suche nach mutmaßlichen Attentätern.
• Ich verfolge mit Argusaugen die Arbeit der Sicherheitsbeamten - wer bei der Handgepäckkontrolle quatscht statt auf den Bildschirm zu gucken, wird gnadenlos beim Vorgesetzten verpetzt.
• Ich verabschiede mich kurz vor dem Betreten des Flugzeugs bei meinen Lieben und bedanke mich für alles, was sie für mich getan haben (sollte ich mehr als einen Flug vor mir haben, wird dieser Anruf beim Zwischenstopp wiederholt).
• Beim Betreten des Flugzeugs versuche ich einen Blick auf die Piloten im Cockpit zu erhaschen – wie sieht der Mann aus, an dessen Steuerknüppel mein Leben hängt? Gibt es Anzeichen für ausgiebigen Alkohol- oder anderen Drogenkonsum? Ist er über 40, aber nicht über 50 Jahre alt? (Er soll erfahren, aber nicht Herzinfarkt gefährdet sein!) Oder fliegt uns gar eine Frau! (Hier schwanke ich meist zwischen Skepsis und Vertrauen in das „Können“ des eigenen Geschlechts.)
• Ich inspiziere das Flugzeug selbst – irgendwelche Schäden zu erkennen, die überarbeitete Kontrolleure übersehen haben könnten?
• Die Mitreisenden werden beäugt, verdächtige Personen lokalisiert und ggf. außer Gefecht gesetzt (das nehme ich mir zumindest für den Notfall vor).
• Ich bin die Einzige, die bei den „Safety Instructions“ zuhört.
• Beim Start und bei der Landung wird jede noch so minimale Mimik der Stewardessen und der Mitreisenden analysiert.
• Merkwürdige Geräusche und Geschwindigkeitsveränderungen der Maschine müssen von der Begleitperson oder anderen Sitznachbarn technisch nachvollziehbar erklärt werden, ggf. mehrmals in kurzen Abständen.
• Toilettengänge werden nur in absolut turbulenzfreien Phasen erledigt.

Bei meinem letzten oben genannten Flug von Dubai nach Frankfurt hätte ich fast vier Araber überwältigt, die beim Landeanflug meinten, noch mal an ihr Handgepäck zu müssen. Doch vielleicht gibt es ja Hoffnung für mich und meine Mitreisenden, denn ich werde an einem Flugangst-Seminar teilnehmen und Sie, liebe Leser, an diesem einmaligen Erlebnis teilhaben lassen. Am Wochenende bekomme ich einen sechsstündigen Theorie-Unterricht am Flughafen Hannover und wir fliegen dann zur Bewältigung unserer Angst nach London.

jasminflug3_blog_thumb1Ob ich ein hoffnungsloser Fall bin und die Piloten sowie der Trainer weinend zusammenbrechen oder ich geheilt werden kann, sehen Sie dann hier auf RTLregional.de! Hoffentlich…..

Ihre
Jasmin Wiegand
Moderatorin
Guten Abend RTL für Niedersachsen und Bremen

Braucht Oldenburg ein Filmfest oder ein Biotop?

von Peter Becker am 14.09.2010 um 16:39
filmfest

Eine absurde Frage? Nicht wirklich – zwar ist es nicht ganz fair, Filmfest und Biotop gegeneinander auszuspielen, doch drängt sich die Frage geradezu auf. Schließlich kürzt der Rat der Stadt Oldenburg den öffentlichen Zuschuss für das Filmfest um 50.000 Euro, während er fast zeitgleich ein Biotop für Frösche mit gut 40.000 Euro bewilligt. Eine Mehrheit im Rat scheint nicht wirklich zu schätzen, dass Festivalleiter Torsten Neumann mit seinem Team Jahr für Jahr ein beachtliches Programm auf die Beine stellt, welches weit über die Grenzen Oldenburgs Beachtung findet.

Ein Filmfest in der Provinz nimmt ihr gerade etwas von ihrem provinziellen Charakter. Stirbt das Filmfest, wäre Oldenburg provinzieller denn je. Die Kürzung der Fördergelder zeigt das offensichtliche Desinteresse einer Mehrheit im Rat an einer Kulturveranstaltung, die zwar nicht dem Massengeschmack, aber höchsten Ansprüchen genügt. Das unterstreicht auch die Tatsache, dass niemand vor den Kürzungen das Gespräch mit Festivalleiter Torsten Neumann gesucht hat. Offensichtlich ist es den Politikern egal, wie Ihre Entscheidung bei Festival-Machern ankommt, die sich mit ihrem Herzblut für ihr „Baby“ einsetzen.

Ein Blick in das Filmfest-Programm von diesem Jahr genügt, um zu sehen, weshalb das Filmfest Oldenburg erhalten bleiben muss und die Stadt im nächsten Jahr unbedingt wieder die frühere Fördersumme von 100.000 Euro investieren sollte
: Filmperlen und Neuentdeckungen jenseits des Kino-Massengeschmacks reihen sich aneinander – nicht immer leicht zugänglich, aber immer sehenswert. Am besten Sie schauen selbst beim Filmfest vorbei und machen so die Schließung des Festivals ein Stückchen unwahrscheinlicher.

Hier geht's zum Beitrag: Im falschen Film - Froschteich statt Kult(ur)programm.

peter_becker

Ihr
Peter Becker
Reporter Guten Abend RTL
für Niedersachsen und Bremen


Störfälle, Pannen und Demonstrationen

von Svenja Dohmeyer am 09.09.2010 um 14:36
Atomausstieg

Die zivile Nutzung der Atomenergie sorgt seit mehr als 30 Jahren für Schlagzeilen, nicht nur bei uns im Norden. Der Ausstieg vom Ausstieg, wie ihn die schwarz-gelbe Regierung jetzt plant sorgt für hitzige Diskussionen. 8 bis 14 Jahre länger sollen die Meiler am Netz bleiben. Niedersachsen wäre davon gleich dreifach betroffen: Das AKW Unterweser würde bis 2020 weiter laufen, der Reaktor Lingen bliebe bis 2034 und das Werk Grohnde bis 2032 am Netz.

Die Reaktionen auf dieses nationale Energiekonzept sind geteilt. In der strukturschwachen Region im Kreis Wesermarsch freut sich der Bürgermeister schlicht über den Erhalt der Arbeitsplätze. Etwas nachdenklicher zeigt sich hingegen sein Amtskollege aus Emmerthal, Andreas Grossmann (SPD), in dessen Gemeinde sich der Atommeiler Grohnde befindet: "Niemand weiß, was für Probleme entstehen, wenn ein Meiler älter wird." Zudem wächst der Berg an Atommüll weiter, ohne dass absehbar ist, wo und wie ein Endlager entstehen soll.

In der Bevölkerung und bei der Opposition stößt die Nutzung von Atomkraft auf große Vorbehalte. Der Fraktionsvorsitzende der Bündnis Grünen in Niedersachsen Stefan Wenzel bezeichnet die Pläne der Regierung als "für Wirtschaft, Umwelt und Sicherheit verhängnisvollen Plan".

Was halten Sie von der Entscheidung? Ist die Laufzeitverlängerung vernünftig oder ist die Regierung vor der Atomlobby eingeknickt?

Diskutieren Sie mit uns!

Ihre
Svenja Dohmeyer
Reporterin Guten Abend RTL
für Niedersachsen und Bremen

Verlorener Kampf?

von Susanne Broß am 06.08.2010 um 16:55
Schacht Konrad
Die freie Meinungsäußerung wird uns garantiert. Doch ist das Äußern der freien Meinung über Jahrzehnte hinweg – und vor allem wenn es so wenig erfolgreich ist, wie der Kampf gegen das Atomendlager Schacht Konrad - nicht einfach nur nervig?

Das ist eine Frage, denen sich die Wortführer der „Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad“ mittlerweile aussetzen müssen. Und nicht nur Atomlobbyisten wenden sich genervt ab, wenn in Salzgitter-Bleckenstedt mal wieder eine Demo oder ein Konrad-Gottesdienst anstehen. Es sind sogar direkte Anwohner, die das jahrzehntelange Engagement nicht nachvollziehen können – gar lieber ihre Ruhe haben wollen vor den Atomgegnern. Und das, obwohl noch in den 80ern 289.387 Menschen schriftlich „Nein“ zum Atommüllendlager gesagt haben.

Was also ist der richtige Weg: Weitermachen für alle die, die zu bequem sind, um sich zu wehren – oder zu feige, um für ihre Meinung auf die Straße zu gehen. Oder schweigen und das Unvermeidliche akzeptieren?

Susanne BrossBertolt Brecht hat die Antwort einmal so formuliert:

„Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“

Ihre
Susanne Broß
Redaktionsleiterin Guten Abend RTL
für Niedersachsen und Bremen


La dolce vita

von Jan Spekker am 30.07.2010 um 16:34
Paparazzi
Seit einem halben Jahrhundert sind Paparazzi täglich auf der Jagd nach dem besten Promi-Schnappschuss, außerehelichen Affären oder ungeschminkten Stars im Schlabberlook.

Ihr Image liegt seit dem Tod von Lady Di irgendwo zwischen Gesetzesbrecher und Schmeißfliege. Dabei began alles ganz harmlos: In Federico Fellinis Meisterwerk "La dolce vita" ("Das süße Leben") hatte der Fotograf Giuseppe Paparazzo seinen ersten Auftritt - damals ahnte wohl noch niemand, dass der windige Italiener einmal zum Namensgeber einer ganzen Branche werden würde. Mittlerweile sind seine Nachfolger, die Paparazzi, für viele Promis allerdings zu einer Art Landplage geworden, doch das Publikum lechzt nach immer neuen Bildern.
Jan Spekker
Doppelmoralische Grüße

Ihr
Jan Spekker
Reporter Guten Abend RTL
für Niedersachsen und Bremen





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