Kopf oder Bauch - Schweiß oder Rauch?

von Johannes Eichler am 06.07.2010 um 16:10
Kopf oder Bauch
Nachdem am vergangenen Sonntag in Bayern durch einen Volksentscheid die Weichen für ein striktes Rauchverbot im Freistaat gestellt wurden, wird in Deutschland diskutiert, ob nicht eine landesweite Regelung das Rauchen in Gaststätten, Kneipen und Diskotheken endgültig und ausnahmslos verbieten soll.

Die rational einzig richtige Entscheidung in dieser Frage kann nur lauten: Ja, rauchen muss überall dort verboten werden, wo Unbeteiligte dem gesundheitsschädlichen Qualm ausgesetzt sind. Rauchen ist gefährlich, überflüssig und für viele Nichtrauchen lästig. Der zweifelhafte Genuss des Einzelnen kann nicht über dem gesundheitlichen Schutzbedürfnis der nichtrauchenden Mehrheit stehen.

Wie läuft es denn bisher? Überall, wo Nahrungsmittel verkauft werden oder wo in einer Großraumdisco oder auf einem Konzert viele Menschen aus unterschiedlichen Milieus zusammenkommen, ist rauchen verboten. Das ist richtig und wichtig und war kurz nach Einführung auch für alle Raucher kein Problem mehr. Wer rauchen will geht eben raus. Nur die Unverbesserlichen zwängen sich in irgendwelche Raucherkabuffs – aber für die ist es eh zu spät.
Und in kleinen Kneipen in der Nachbarschaft, in denen sich meist ein festes Publikum trifft, läuft es so, wie Wirt und Gäste es wollen. Entweder ja oder nein – man weiß, worauf man sich einzustellen hat. Sollte diese Wahlmöglichkeit nun beschränkt werden?

Alle rationalen Gründe sprechen dafür! Wenn nur dieses Bauchgefühl nicht wäre, dass damit der Freiraum Kneipe sterilisiert würde – und künftig wahrscheinlich stärker von nun nicht mehr übertünchten Schweißgerüchen durchweht würde. Johannes Eichler
Den ganz großen Aufstand können sich die Raucher meiner Ansicht nach allerdings sparen: In Kneipen und Bars rumzulungern ist seit jeher auch ein kleines Stück anarchischer Aufstand gegen die Pflicht, die eigene Lebenszeit immer sinnvoll zu nutzen. Und Anarchie könnte paradoxerweise auch die Lösung sein: Nach dem früher oder später sowieso kommenden strengen Nichtraucherschutzgesetz ändert sich für Viele wahrscheinlich überhaupt nichts: In der einen oder anderen Kneipe wird eben weiter geraucht, nur jetzt halt so, als würden man über eine rote Ampel gehen. Auch das ist gesundheitsschädlich – und verboten.

Was sagen Sie - sollen wir dem bayerischen Beispiel folgen?

Johannes Eichler
Online-Redakteur


Komm lass uns Freunde sein – der inszenierte Rockerfrieden

von Svenja Dohmeyer am 27.05.2010 um 16:47
Rockerfrieden
Es kommt nicht oft vor, dass die Unterwelt Medienvertreter im großen Stil zum Pressegespräch einlädt. Man durfte also gespannt und skeptisch sein, als die Chefs der Hells Angels und Bandidos gestern die Presse in eine noble Hannoveraner Anwaltskanzlei baten, um sich dort – einen Tag vor der Innenministerkonferenz - medienwirksam die Hände zu reichen und den jahrelangen Bandenkrieg für beendet erklären.

Man habe eingesehen, dass der Rockerkrieg niemandem etwas bringt, erklärt Frank Hanebuth, 45 Jahre alt und Chef der hannoverschen Hells Angels, gestern vor laufenden Kameras. Nun soll Frieden herrschen. Der Zeitpunkt des öffentlichen Händedrucks ist dabei kein Zufall. Denn nur einen Tag später diskutieren die Innenminister aller Länder heute über ein Verbot der kriminellen Rockergangs. Eine Friedensgeste kommt da gerade recht, mögen sich die sonst so Unberechenbaren gedacht haben.

Den Bogen überspannt

RockerfriedenDoch die Rechnung geht nicht auf. Polizei und Politiker zeigen sich unbeeindruckt. Viele wollen ein Verbot der Banden weiter voran treiben. Zu lang ist die Liste der Verbrechen und Gewalttaten, die über Jahre von Mitgliedern der Hells Angels und Bandidos verübt wurden. Erst im März diesen Jahres erschoss ein Rocker der Hells Angels in Rheinland-Pfalz einen Polizisten, weil der wegen des Verdachts der räuberischen Erpressung seine Wohnung durchsuchen wollte.

Die Rocker bezeichnen sich selbst als Gesetzlose. Ihr Geschäft ist das Milieu, mit allem was dazu gehört: Bars und Gastronomie, eine eigene Tabak- und Schnapsmarke, Security aber auch Drogenhandel und Prostitution zählen zu den Einnahmequellen.

Wie allen Geschäftsleuten geht es letztlich auch den Rockern um eines: um’s Geldverdienen. Und vielleicht haben sie verstanden, dass sie mit ihrem Bandenkrieg und ihren brutalen Verbrechen untereinander den Bogen überspannt haben. Ein Friedensschluss der Banden ist schön. Doch die Gesetzeshüter liegen mit ihrer Skepsis richtig und werden die Machenschaften der Rocker auch in Zukunft genau im Auge behalten.

Ihre Svenja Dohmeyer
Redakteurin Guten Abend RTL
für Niedersachsen und Bremen

Kommerz mit Karnickeln

von Susanne Broß am 01.04.2010 um 14:40
susannebross_blog_100325_thumbVon wegen, Ostern ist der höchste christliche Feiertag. Nur weil Jesus von den Toten auferstanden ist, feiert doch heute kaum noch jemand dieses Fest.

Da wird Kindern einer vom Osterhasen erzählt, der die Eier bringt. Sie dürfen dicke Geschenke einheimsen – die hinter denen zum Geburtstag und zu Weihnachten schon lange nicht mehr zurück stehen. Ganz zu schweigen vom Parfüm für Mama, der Krawatte für Papa – ja und Oma und Opa bekommen selbstverständlich auch was Schönes. Kleine Plüsch-Hasen zieren die Kaffeetische und manch einer meint sogar, den lieben Kleinen ein lebendiges Karnickel schenken zu müssen.
hase_osterspezial_thumb_090401Eine Studie hat das jetzt auch noch bestätigt: Nach dem Wochenende vor Weihnachten ist Ostersamstag der umsatzstärkste in Deutschland.

Im Grunde genommen bleibt nur ein Fazit: Der wichtigste aller Tage im kirchlichen Kalender ist verkommen zu einem Freudentag des Kommerzes.

Oder etwa nicht?

Ihre Susanne Broß
Redaktionsleiterin
Guten Abend RTL für Bremen und Niedersachsen


Hurra, es ist ein Blog!

von Ludger Menke am 05.03.2010 um 10:53
Guten Abend RTLZuwachs bei Guten Abend RTL und RTLregional.de: Ab heute gehen unsere Moderatorinnen, Redakteure und Reporter unter die Blogger. Von Montags bis Freitags berichten wir aus der Region – für die Region. Was wir dabei sehen, zeigen wir Ihnen jeden Abend ab 18 Uhr in Ihrem Regionalprogramm Guten Abend RTL.

Immer wieder gibt es aber Ereignisse, zu denen wir als Moderatorinnen, Reporter oder Redakteure unsere ganz persönliche Meinung haben. Wir treffen Menschen, deren Geschichten uns auch über den Beitrag hinaus beschäftigen. Diese Geschichten möchten wir Ihnen hier im Weblog bei RTLregional.de noch ein Stückchen näher bringen.

rtlregional.deVor allem aber möchten wir Ihre Meinungen dazu hören: Über unsere Kommentarfunktion können Sie Ihre Gedanken zu Beiträgen und Geschichten aufschreiben, Fragen stellen oder mit uns in Kontakt treten. Wir sind sehr gespannt, von Ihnen zu lesen - unter blog.rtlregional.de.

Was ist ein Weblog oder Blog?


Der Begriff Weblog oder verkürzt Blog setzt sich aus dem englischen Begriff „World Wide Web“ und „Log“ für Logbuch zusammen. In einem Blog werden in regelmäßigen Abständen Beiträge veröffentlicht. Dabei kann es sich um Texte, Bilder, Fotos, Audiobeiträge (Podcasts) oder Videos handeln. Im Gegensatz zu journalistischen Artikeln sind diese Beiträge oft persönlich gehalten und in der Ich-Form verfasst.

Weitere Informationen über Blogs finden Sie auch in der Wikipedia.

Ludger Menke
für RTLregional.de


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