Ganz in Weiß…

von Nicole Ide am 23.08.2010 um 16:27
Weisses Dinner

… stiegen am Sonnabendnachmittag fünf Freunde aus dem Auto und sahen ziemlich chic aus. Allerdings mussten wir alle kräftig anpacken und schleppten bei 28 Grad fünf Stühle, zwei Klapptische, Tischwäsche, Kerzenständer, Teller, Gläser, Besteck, je zwei Flaschen Wein, Prosecco und Wasser, zwei Kannen Kaffee und ein fertig gekochtes Sechs-Gänge-Menü für fünf Personen die Osterstraße in Hamburg runter bis zur Schopstraße. Da wir nicht die einzigen bepackten Weißen waren, fragten uns immer wieder Interessierte, was denn hier passieren würde. Wir erzählten dann vom „Weißen Dinner“ und verwiesen auf die Internetseite www.weisses-dinner-hamburg.de.

In der Schopstraße, im Herzen von Eimsbüttel, saßen dann auch schon kurz nach 17 Uhr fast 300 weißgekleidete Gleichgesinnte, die wie wir am Weißen Dinner teilnehmen wollten. Im Laufe des Abends kamen noch weitere 300 Leute dazu – alle in Weiß, zwar ohne Blumenstrauß, aber dafür mit Tisch und Stuhl. So war die 140 Meter lange Schopstraße voller hübscher Menschen, die an festlich eingedeckten Tafeln – natürlich in Weiß - saßen und sich glücklich über ihr mitgebrachtes Essen hermachten – und wir mitten drin!

Manon Dunkel Immer, wenn die Initiatorin des „Weißen Dinners“, Manon Dunkel, die Schopstraße entlang flanierte, applaudierten wir alle, standen auf und wedelten mit unseren weißen Stoffservietten. Eine Freundin in Paris hatte die Eimsbüttlerin auf das Weiße Dinner aufmerksam gemacht. Das „Diner en blanc“ wird seit zwanzig Jahren jedes Jahr mitten in Paris zelebriert. Manon Dunkel fand die Idee so toll, dass sie das unbedingt auch in Hamburg machen wollte und so begann sie Ende vergangenen Jahres mit der Planung und Umsetzung. Das Ergebnis war ein einmaliger Abend für mehr als 600 Hamburger.
Und weil wir alle so begeistert waren, soll es nächstes Jahr weitergehen. Allerdings werden dann wohl viel mehr Picknicker kommen und ein größerer Platz muss her. Im Gespräch sind die Alsterwiesen, das Elbufer oder der Rathausmarkt. Unsere wunderschöne Stadt hat da ja einiges zu bieten.

Als es am Sonnabend langsam dämmerte, zündete jeder seine Teelichter oder Kerzenleuchter an. Pünktlich um halb zehn zückten wir alle für ein gemeinsames Foto unsere Wunderkerzen und weil es auch spät abends immer noch über 20 Grad warm war blieben viele bis nach Mitternacht.

Ich kann nur allen Freunden des stilvollen Miteinanders empfehlen, im nächsten Jahr dabei zu sein – ganz in Weiß mit einem reichhaltigen Picknickkorb, denn in sieben Stunden futtert und trinkt man so einiges weg.

Ihre Nicole Ide
Redakteurin RTLregional.de


Brauchen wir Neuwahlen in Hamburg?

von Johannes Eichler am 21.07.2010 um 11:24
Neuwahl?
Aktuelle Umfragen und die gefühlte Stimmung in Hamburg scheinen nach der Rücktrittsankündigung des Ersten Bürgermeisters den Wunsch der Bürger nach Neuwahlen auszudrücken. Haben sie vor gut zwei Jahren nicht vor allem Ole von Beust gewählt?

Dürfen CDU und GAL jetzt also unter dem wohl neuen Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) die Regierungskoalition fortführen? Wäre das nicht eine Missachtung des Wählerwillens?

Oder missachtet nicht vor allem der Noch-Bürgermeister mit seinem frühzeitigen Rücktritt aus dem Amt den Willen der Bürger; schließlich war er im Wahlkampf für eine volle Amtszeit von vier Jahren angetreten?

Andererseits werden in Hamburg Bürgermeister nicht direkt, sondern durch die Parteien in der Bürgerschaft gewählt. Kann von Missachtung des Bürgerwillens also überhaupt die Rede sein? Oder müssten die Hamburger nicht zu ihrer 2008 abgegebenen Stimme stehen?

Soll es jetzt also Neuwahlen geben? Oder würde das Projekt Schwarz-Grün dadurch die politische Kapitulation vor den aufgetretenen Problemen perfekt machen? Johannes Eichler
Mir fällt es schwer, in diesem Fall zu einer eindeutigen Meinung zu kommen.

Aber was sagen Sie? Brauchen wir Neuwahlen? Wir freuen uns über Kommentare und über Ihre Stimme bei unserer Umfrage, oben rechts.

Johannes Eichler
Online-Redakteur

Kopf oder Bauch - Schweiß oder Rauch?

von Johannes Eichler am 06.07.2010 um 16:10
Kopf oder Bauch
Nachdem am vergangenen Sonntag in Bayern durch einen Volksentscheid die Weichen für ein striktes Rauchverbot im Freistaat gestellt wurden, wird in Deutschland diskutiert, ob nicht eine landesweite Regelung das Rauchen in Gaststätten, Kneipen und Diskotheken endgültig und ausnahmslos verbieten soll.

Die rational einzig richtige Entscheidung in dieser Frage kann nur lauten: Ja, rauchen muss überall dort verboten werden, wo Unbeteiligte dem gesundheitsschädlichen Qualm ausgesetzt sind. Rauchen ist gefährlich, überflüssig und für viele Nichtrauchen lästig. Der zweifelhafte Genuss des Einzelnen kann nicht über dem gesundheitlichen Schutzbedürfnis der nichtrauchenden Mehrheit stehen.

Wie läuft es denn bisher? Überall, wo Nahrungsmittel verkauft werden oder wo in einer Großraumdisco oder auf einem Konzert viele Menschen aus unterschiedlichen Milieus zusammenkommen, ist rauchen verboten. Das ist richtig und wichtig und war kurz nach Einführung auch für alle Raucher kein Problem mehr. Wer rauchen will geht eben raus. Nur die Unverbesserlichen zwängen sich in irgendwelche Raucherkabuffs – aber für die ist es eh zu spät.
Und in kleinen Kneipen in der Nachbarschaft, in denen sich meist ein festes Publikum trifft, läuft es so, wie Wirt und Gäste es wollen. Entweder ja oder nein – man weiß, worauf man sich einzustellen hat. Sollte diese Wahlmöglichkeit nun beschränkt werden?

Alle rationalen Gründe sprechen dafür! Wenn nur dieses Bauchgefühl nicht wäre, dass damit der Freiraum Kneipe sterilisiert würde – und künftig wahrscheinlich stärker von nun nicht mehr übertünchten Schweißgerüchen durchweht würde. Johannes Eichler
Den ganz großen Aufstand können sich die Raucher meiner Ansicht nach allerdings sparen: In Kneipen und Bars rumzulungern ist seit jeher auch ein kleines Stück anarchischer Aufstand gegen die Pflicht, die eigene Lebenszeit immer sinnvoll zu nutzen. Und Anarchie könnte paradoxerweise auch die Lösung sein: Nach dem früher oder später sowieso kommenden strengen Nichtraucherschutzgesetz ändert sich für Viele wahrscheinlich überhaupt nichts: In der einen oder anderen Kneipe wird eben weiter geraucht, nur jetzt halt so, als würden man über eine rote Ampel gehen. Auch das ist gesundheitsschädlich – und verboten.

Was sagen Sie - sollen wir dem bayerischen Beispiel folgen?

Johannes Eichler
Online-Redakteur


Die WM in der eigenen Stadt

von Jan Bulig am 16.06.2010 um 14:37
Jan Bulig Public Viewing

Ein Arbeitsbericht vom Public Viewing in Hamburg.

Sonntag, 16 Uhr in Hamburg – Schaltraum, wir haben ein Problem: Der Reporter versteht die Welt nicht mehr. Oder besser gesagt das, was ihm die Regie durch den Knopf im Ohr inzwischen zubrüllt. Vuvuzelas gemischt mit dem Jubel ghanaischer Fans; wie soll man da konzentriert vom Public Viewing berichten? Dabei ist die südafrikanische Trompetenvariante in Hamburg eigentlich verboten: Locker blasbare 120 Dezibel tut sich der Hanseat nicht an. Theoretisch zumindest. Für unsere Live-Schalten nützt das wenig, denn allein der aus den Boxen neben der gigantischen Public-Viewing-Leinwand dröhnende Vuvuzela-Schwarm live aus Afrika sorgt dafür, dass wir Reporter den Funk-Knopf eigentlich gleich aus dem Ohr ziehen könnten. Die Fragen aus dem Kölner Studio sind ohnehin kaum zu verstehen. Doch es wird noch lauter.

Bis Berlin die „Fan-Meile“ am Brandenburger Tor eröffnet, beheimatet Hamburg das größte Fanfest Deutschlands. Und weil auch die größte ghanaische Gemeinde Deutschlands hier zu Hause ist, feuern entsprechend viele bunt gekleidete afrikanische Fans ihre Mannschaft an, die gerade dort unten am Kap gegen Serbien spielt. Als wir kurz vor Beginn dieser Nachmittagspartie mit unseren Dreharbeiten beginnen, ist die Stimmung schon sehr gut. Nach 90 Minuten gewinnt Ghana – und aus der Luft liefert die „RTL-Air-Cam“ erste Hinweise darauf, dass die Party noch größer werden dürfte, wenn am Abend der Turnierauftakt der deutschen Mannschaft ein kollektives Glückserlebnis werden soll.

Bei Anpfiff Gänsehaut

Public ViewingIm Pressezelt spricht Daniela Scherbring vom Organisationsteam des Fan-Festes von 30.000 Zuschauern, die heute kommen könnten. Vielleicht werden es auch 40.000 sein; das wäre super. Dass es am Ende 65.000 sind, dass schon beim ersten Spiel der deutschen Elf Rekorde gebrochen werden, das weiß jetzt noch niemand… Doch es zeichnet sich ab: Während wir live auf Sendung sind, strömen die Fans im Hintergrund zusammen – der Reporter wird live „im On“ mit Deutschland-Schals geschmückt. Bier endorphingeschwängerter Fans, die sich lautstark ins Bild drängen, schlabbert über die Jacke. Zur WM ist alles anders – auch der Arbeits-Alltag eines Reporters. Aber so soll es ja auch sein.

Wir schauen auf dem „Boulevard der Nationen“ vorbei; hier bummeln inzwischen Tausende durch Pavillons der Teilnehmerländer, die sich dort „unsportlich“ präsentieren sollen: Französische Kalorienbomben, Kameruner Köstlichkeiten und Japanische Reisrollen. Gegen Bier und Würstchen kommt heute natürlich nichts an. Schwitzend stehen die Grillmeister neben der Glut, zählen können sie ihre verkauften Wurstwaren heute sicher nicht mehr.

Um 18 Uhr verschaffen wir uns von einer Teleskopbühne aus einen Blick von oben. So groß wie acht Fußballplätze ist das Heiligengeistfeld; rund 13.000 Fans drängen sich schon vor der Bühne mit der Großleinwand. Eine Stunde später sprechen die Organisatoren von 25.000 Fans; und als wir um 20 Uhr wieder in 40 Meter Höhe fahren, nutzt auch die Polizei die Hebebühne für eine Lageeinschätzung. Der Beamte hält kurz vergleichende Rücksprache mit dem über uns kreisenden Polizeihelikopter - dann ist es amtlich: 60.000 Fans sind auf dem Feld, die Beamten sprechen von 3000 Menschen, die alle fünf Minuten durch die Eingänge strömen. Es werden also noch mehr! Bei Anpfiff Gänsehaut – was für eine Kulisse!

In Hamburg ohne "Uweseelers"

Public ViewingAls Lukas Podolski Deutschland in Führung bringt, verstehen wir unser eigenes Wort nicht mehr; der Jubel macht jede Kommunikation unmöglich. Bengalische Feuer brennen, die Polizei schreitet ein. Kurz, aber bestimmt. Ansonsten bleibt es ruhig heute Abend; ein Trupp der Bereitschaftspolizei nutzt die friedliche Atmosphäre dazu, sich hinter der Großleinwand vor einem nur Schuhkarton großen Fernseher zu gruppieren. Vorne lassen die Tore der deutschen Mannschaft „La Ola“ über das Heiligengeistfeld schwappen. Als Cacau das 4:0 schießt, stehen wir wieder in 40 Metern Höhe auf dem Kran. Direkt über der Großleinwand. Das Tor können wir aus dieser Perspektive nicht sehen – doch der Ausblick auf ein Fahnenmeer und am Ende 65.000 exstatisch jubelnde Fans entschädigt. Sensationell!!! Schade, dass in der Gruppenphase keine Verlängerung möglich ist…

Nach dem Abpfiff dauert es keine 30 Minuten, dann ist das Heiligengeistfeld fast menschenleer. Zurück bleiben leere Becher, vergessene Fahnen und eine Handvoll angetrunkener Fans, die – glückselig schlendernd – nicht ganz so schnell zur U-Bahn oder auf die nahe Feiermeile der Reeperbahn finden, wie die übrigen der 65.000.
70.000 Menschen passen maximal auf das Fan-Fest; schon möglich, dass die kommenden Spiele komplett ausgebucht sind, sagte Mitorganisatorin Daniela Scherbing – das wäre erneut ein Rekord. Denn schon mit diesem ersten deutschen Spiel wurden die maximalen Hamburger Public Viewing-Zahlen vom „Sommermärchen“ 2006 übertroffen. Was für eine Party! Und ganz ohne Vuvuzelas, die hier in Hamburg so gerne „Uweseelers“ genannt werden. Vielleicht ein gutes Omen. „Uns Uwe“ stand ja zumindest schon dreimal in einem WM-Halbfinale.

Hilfe für Kalle

von Jessica Speth am 07.06.2010 um 13:58
Kalle
Unsere Berichterstattung über das entwürdigende Verhalten des spanischen TV-Reporters Manolo Lama und dem Obdachlosen Kalle hat viele Zuschauer bewegt. Unmengen von Zuschriften - gerade auch aus Spanien - haben uns gezeigt, dass wir mit unserer Empörung nicht alleine sind und vor allem, dass Kalle nicht alleine ist. Vielen Dank dafür!

Des Weiteren hat der Beitrag auch dafür gesorgt, dass Kalle dank des Straßenmagazins „Hinz und Kunzt“ inzwischen von einem Anwalt unterstützt wird, um auch rechtlich gegen den spanischen Journalisten vorgehen zu können. Eine Zuschauerin hat sogar inzwischen einen großen Teil der noch offenen Tierarztrechnung für Kalles Hündin Mali beglichen.

Wenn auch Sie Kalle helfen wollen, können Sie spenden:

Spendekonto:

Karl-Heinz Bartschies
Stichwort: Hündin Mali

Kontonummer: 1001804317

BLZ: 20050550
HASPA

Kalle und JessicaEstimados ayudantes.

Nuestro información sobre el comportamiento inaceptable de un repórter espaňol con Kalle, que no tiene hogar, ha commovido a mucha gente. ¡Un montón de cartas nos ha demuestro que nosotros no estamos solos con nuestro indignación y además que Kalle no está solo! ¡Muchas gracias por eso! Aparte de eso, nuestro programa hizó posible que – gracias a Hinz&Kunzt – Kalle está apoyado por un abogado para que Kalle puede hacer algo de manera juridical contra Manolo Lama.


¡Muchas gracias otra vez por su interés y su simpatía!
Übersetzung: Lotta Möhlmann



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