Hammerharte Lehrmethoden

von Nicole Ide am 31.03.2011 um 11:40
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Hier melden sich unsere Redakteurinnen Nicole und Kathrin - beides Doppelmamis - in unserem Mama-Blog „Mütter-Doppel“ zu Wort - und diskutieren Themen rund um Kinder und Erziehung.
Und wie immer ist natürlich auch IHRE Meinung, liebe User, gefragt. Schreiben Sie uns!


Erst schlachten, dann essen. Das ist die Reihenfolge, damit wir Steak, halbes Hähnchen oder auch Kaninchenragout auf dem Teller haben. Das weiß auch schon meine neunjährige Tochter. Das darf sie natürlich auch gern in der Schule lernen, aber nicht live erleben. Denn das würde ich mir selbst nicht mal anschauen wollen.
Das „Live-Erlebnis“ einer Schlachtung haben allerdings Lehrer in der ostholsteinischen Gemeinschaftsschule Ratekau für pädagogisch wertvoll gehalten. Sie haben im Rahmen eines Steinzeitprojekts vor den Augen von Fünftklässlern ein Kaninchen mit einem Hammer betäubt, um es danach zu schlachten. Vorher durften die Schüler das Kaninchen allerdings noch knuddeln.
Klar, dass Kinder anfangen zu weinen und danach schlecht schlafen. Da bringen wir doch unseren Sprösslingen bei, ihre Haustiere liebevoll zu pflegen, zu füttern und zu beschützen und dann kommen Pädagogen in der Schule auf die Idee, diesem klassischen Haustier mit dem Hammer auf den Kopf zu hauen, es zu häuten und danach noch gegrillt auf dem Schulhof allen anzubieten. Ich glaube, dass verdauen 10-Jährige nicht so schnell, denn das gehört nun mal nicht zum sichtbaren Alltag eines Kindes im 21. Jahrhundert.

nicole_blog_100506_thumbMeiner Meinung nach, ist da was falsch gelaufen und die Pädagogen sind übers Ziel hinausgeschossen.

Wenn man den Kindern das Thema Steinzeit kulinarisch live begreifbar machen möchte, dann wäre doch Brotbacken auch eine Alternative?

Was meinen Sie dazu?

Ihre Nicole Ide
Redakteurin RTLregional.de

Schule ist nicht gleich Schule

von Nicole Ide am 28.01.2011 um 17:17
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Sag mir auf welcher Schule du bist, und ich sag dir aus welchem Bundesland du kommst.

Oder anders formuliert: Erziehungsberechtigte mit schulpflichtigen Kindern sollten lieber nicht in ein anderes Bundesland umziehen, denn der kühle Norden führt heiße Debatten im Bereich Bildung und treibt es ganz schön bunt.
In Schleswig-Holstein gibt es neben dem Gymnasium die Gemeinschaftsschule und die Regionalschule, in Hamburg neuerdings die Stadtteilschule und in Niedersachsen soll es neben dem Gymnasium und der Gesamtschule eventuell bald die Oberschule geben.
Hinter all diesen schönen neuen Namen stecken die altbekannten Haupt- und Realschulen. Diese Erklärung wäre allerdings zu einfach, denn es ist ja viel komplizierter und in jedem Bundesland ganz anders:

In Schleswig-Holstein hat man die Haupt- und Realschulen zusammengelegt und daraus die umstrittenen Regionalschulen gemacht. So sollte die Hauptschule in Schleswig-Holstein aufgewertet werden, allerdings hat es auch so die Realschule abgewertet, aber zum Glück gibt es ja immer noch die Gemeinschaftsschulen, da können es Schüler aller Leistungsstärken nach neun Jahren sogar noch zum Abitur schaffen.

In Hamburg hat man auch die Haupt- und Realschulen abgeschafft, aber dazu noch eine Oberstufe geschaffen, damit die Hamburger Schüler auf einer sogenannten Stadtteilschule auch ihr Abitur machen können (früher hieß die übrigens Gesamtschule, aber der Name war wohl nicht neu genug). Übrigens wird auf einer Stadtteilschule nach neun Jahren das gleiche Abitur mit den gleichen Prüfungsaufgaben durchgeführt wie auf einem Hamburger Gymnasium nach acht Jahren.
Das Abi ist zwar das gleiche, aber vor der Stadtteilschule haben viele Eltern leistungsstarker Kinder große Angst, denn hier lernen Kinder mit unterschiedlichen Leistungsstärken zusammen. Das könne ja nicht gut gehen. Tut es aber doch, denn es kommen sogar mehr Kinder zum Abitur als ursprünglich erwartet.

Schauen wir noch mal kurz nach Niedersachsen, da ist es nun wieder so, dass man neben dem Gymnasium und der Gesamtschule die Oberschule schaffen möchte. Auf dieser Oberschule sollen Haupt- und Realschüler zusammenkommen, aber einige Oberschulen sollen auch die Möglichkeit bieten, ein Abitur zu machen. Also ähnlich wie auf den Stadtteilschulen in Hamburg.
Um es mit anderen Namen zu verdeutlichen: In Niedersachsen gibt es vielleicht bald Regionalschulen und Stadtteilschulen, die Oberschule heißen.
Alles klar?

Wenn Sie nun denken, dass sich zumindest hinter dem Wort Gymnasium in jedem Bundesland das gleiche verbirgt, kann ich nur anmerken, dass es da in Schleswig-Holstein zwei Varianten gibt. Dort dürfen sich die Gymnasien seit kurzem aussuchen, ob sie das Abitur nach acht Jahren oder neun Jahren anbieten.

Wer weiß, ob Hamburg das nicht vielleicht auch mal übernimmt. Da meiner neunjährigen Tochter nun ein Schulwechsel bevorsteht, habe ich mit einigen Schulleitern von Stadtteilschulen und Gymnasien gesprochen, und ich kenne keinen, der die Einführung vom Turbo-Abi an den Hamburger Gymnasien für ’ne Spitzenidee hält. Sondern eher für eine problematische Herausforderung.

nicole_blog_100506_thumbDa herrscht doch der Bildungswahnsinn in deutschen Bundesländern! Warum gibt es nicht eine Schule für alle? Und fließt all das schöne Geld sinnvoller Weise in nur ein Schulmodell, das für alle Kinder alle Perspektiven offen hält.

Wäre das Anarchie? Was meinen Sie dazu, schreiben Sie uns!

Ihre Nicole Ide
Redakteurin RTLregional.de

Das Fest der Liebe und Tränen

von Nicole Ide am 21.12.2010 um 11:01
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Auf dem Wunschzettel meiner Neunjährigen steht an erster Stelle: IPod Tatsch. Genau so hat sie es geschrieben. Vielleicht führe ich diesmal die Regel ein, nur richtig geschriebene Wünsche werden erfüllt, dann bin ich fein raus.
Wenn ich meine Dreijährige frage, was sie sich denn so zu Weihnachten wünscht, dann sagt sie: „Hanna Montana!“
Wahrscheinlich leibhaftig in Person! Das hat die Kleine natürlich von der Großen, denn die ist ein Fan von Miley Cyrus, dem reichsten Teenager der Welt.
Was macht man mit solchen Kinderwünschen? Der eine ist sauteuer und der andere für eine Dreijährige irgendwie komisch.
Früher haben sich die Kinder doch noch Puppen oder das Barbie-Traumhaus gewünscht.
Da fällt mir gerade ein, dass sich vor 20 Jahren meine damals kleine achtjährige Schwester einfach heiß und innig einen Führstrick gewünscht hatte (gibt’s im Reitgeschäft für 6,- Euro). Meine Mutter aber dachte, was soll sie denn damit? Führstricke gibt es in der Reitschule genug - wozu also einen eigenen?
Meine Schwester hatte an diesem verhängnisvollen Weihnachtsabend wirklich tolle Geschenke unter dem Baum: Schlittschuhe und so weiter, aber eben keinen Führstrick – es gab große und viele Tränen und meine Mutter versprach ihr: „Nach Weihnachten kaufen wir dir einen Führstrick – versprochen.“ Aber der heilige Abend war natürlich hinüber und meine Schwester und Mutter durch den Wind.
Ich glaube dieses Erlebnis sitzt mir im Nacken. Aber nun ist ein IPod „Tatsch“ nun mal kein Führstrick, sondern fast 40 mal so teuer.
Deshalb fange ich langsam an, mich an die Materie ran zu fühlen mit Fragen an meine Tochter wie: „Muss es unbedingt ein IPod sein oder geht auch eine andere Marke?“, oder „Ist denn ein Touchscreen wichtig?“.
Was ich nun allerdings mit Hanna Montana machen soll weiß ich noch nicht, denn wenn ich da nachfrage schauen mich zwei bezaubernde blaue Augen ganz groß an und der kleine süße Mund sagt nur: „Hanna Montana zu Weihnachten und Hanna Montana zum Geburtstag!“
Was Miley Cyrus wohl für einen Abend kostet?

Was schenken Sie denn so Ihren Kindern?

Ihre Nicole Ide
Redakteurin RTLregional.de

Advent, Advent, der Kalender hängt…

von Nicole Ide am 26.11.2010 um 10:04
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Zwei Mütter - zwei Meinungen

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blog_hh_thumb3_100802Kathrin Bensemann: Ich mag meine Freundinnen wirklich sehr. Aber was sie in den vergangenen Wochen wieder mit mir gemacht haben, grenzt schon an Wahnsinn! „Die Päckchen für den Adventskalender sind längst gepackt“, flötet mir eine meiner Liebsten durchs Telefon. Sie habe ja auch das ganze Jahr über gesammelt! Erinnerungen werden wach: Vorgenommen hatte ich mir das auch – geklappt hat es irgendwie (wieder einmal) nicht! Bei Dir bestimmt, Nicole, oder??

Nicole Ide: Na, da ich damals die Schultüte einfach nur fertig gekauft habe, lege ich mich in der Vorweihnachtszeit richtig ins Zeug. Ich habe sogar extra kleine Säckchen genäht und das ganze Jahr über 48 kleine Überraschungen gesammelt. Nur machen es mir meine beiden nicht einfach: Meine Dreijährige hätte am liebsten jeden Tag Schokolade und die Neunjährige jede Menge Dinge zum Spielen oder Basteln. Haben sie dann aber tatsächlich etwas Unterschiedliches im Sack, sind Tränen angesagt statt Harmonie in der Adventszeit.

Kathrin Bensemann:
Meine Freundin Ruth hat dazu übrigens eine tolle Idee. Die hat den Adventskalender für die gesamte Familie eingeführt. Darin versteckt sind kleine Zettel mit Nettigkeiten, die sich die Familienmitglieder gegenseitig erfüllen. Da kriegt auch Mutti mal eine Nackenmassage ab! Aber ich sehe schon die enttäuschten Gesichter meiner Jungs….

nicole_blog_100506_thumbNicole Ide: Enttäuschen oder daneben liegen kann ich bei meinen Kindern eben auch schnell. Ich bin ja selbst schuld, wenn ich mich jedes Jahr übertreffe und die Erwartungen meiner Töchter so selber immer höher schraube.
Vielleicht setzte ich einfach im nächsten Jahr auf den fertigen Playmobil-Adventskalender in doppelter Ausführung? Den gibt es jetzt übrigens bei meinem Discounter im Angebot und vielleicht nach Weihnachten fürs nächste Jahr sogar zum halben Preis?

Kathrin Bensemann: Mir kam die Erleuchtung auf dem Weg zum Kindergarten, der direkt am Secondhand-Spielzeugladen vorbeiführt. Da habe ich für wenig Geld Western-Kutsche und Dschungel-Camp ergattert. Die „zerlege“ ich jetzt in je 24 Teile und verpacke sie. Wann ich das mache? Am 30. November – wie jedes Jahr eben. Gute Vorsätze sind doch einfach schwer einzuhalten…


Wie halten Sie das denn so mit Adventskalendern? Schreiben Sie uns!

Ihre Kathrin Bensemann und Nicole Ide
Redakteurinnen RTLregional.de

Schlaflos vor der Einschulung

von Kathrin Bensemann am 02.08.2010 um 17:21
EinschulungIch bin fix und fertig. Fünf Tage noch, dann wird unser Sohn eingeschult. Und immer noch ist der Junge auf der Fußball-Schultüte nicht fertig. Sein Hals ist zu dick, die Proportionen wollen mir einfach nicht gelingen - und bei meinem Mann liegen die Nerven blank. Verständlich - nach zwei Bastelabenden mit mir in einem Wohnzimmer. Nun träume ich von dem Jungen mit dickem Hals und Wut steigt in mir auf. Wut auf alle Mütter, die ihre Schultüten schon fertig haben – für unverschämte 50 Euro bestellt beim wohl angesagtesten Kinderladen der Stadt. Aber ich musste das Projekt ja in die eigenen Hände nehmen.

Und dann wünscht sich mein Sohn auch noch eine Fußballtorte. Mit Toren drauf natürlich. „Und am liebsten mit Spielern, die aussehen wie Thomas Müller und Mesut Özil, Mama.“ Wäre da nicht der Fußballjunge mit missglücktem Hals, könnte ich mich wenigstens voll und ganz auf die Kuchenschlacht konzentrieren. Schließlich versucht man nicht jeden Tag, aus Kokosraspeln und grüner Lebensmittelfarbe ein Fußballfeld zu zaubern. Kathrin Bensemann

Da ist es schön, Freundinnen zu haben, die für einen mitdenken. So wie Sabine – ihrerseits immer rechtzeitig und bestens organisiert -, die ich zufällig in der Stadt treffe. „Oh Gott, Ihr habt wirklich noch kein Grillfleisch für die Einschulung bestellt? Das machen jetzt alle, da kriegst Du Freitag gar nichts mehr.“ Irgendwie, denke ich, sind mir Hals-Junge und Kokosraspel-Rasen wichtiger als Bratwurst und Co, und ich wünsche schnell eine schöne Einschulung, um weiter voranzukommen.

Schließlich muss noch das Tischset für das tägliche Schulfrühstück fertig werden, für das mein Mann extra das Siegesbild unserer Nationalmannschaft nach dem „kleinen“ Finale gegen Uruguay organisiert hat. Das muss zum Copy-Shop, ausgedruckt und laminiert zu werden. Aber fünf Tage habe ich ja noch. Und Schlafen wird sowieso überbewertet, findet

Ihre Kathrin Bensemann
Online-Redakteurin


Wie ist es Ihnen bei der Einschulung Ihrer Kinder ergangen? Schreiben Sie uns?

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