Geschichtsstunde
Dienstag, 18.12.2012
Länge: 2:25
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Ludwig II: Aus dem Leben des Bayern-Königs


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Am Rande des Starnberger Sees in Bayern steht ein unauffälliges Gedenkkreuz, welches seit Jahrzehnten Anlass für Spekulationen bietet. Denn hier starb 1886 der sogenannte Märchenkönig Ludwig II. Noch bis heute ranken sich um seinen Tod die wildesten Theorien.

Nun widmet sich „Ludwig II“ dem wohl größten bayrischen Mythos der Geschichte. Die beiden Regisseure Sehr und Noëlle zeichnen das Leben des Bayern-Königs streng chronologisch nach. Von der Thronbesteigung mit 18 Jahren bis zu seinem mysteriösen Tod knapp 40 Jahre später. Dabei werden jede Menge Stationen seines Lebens gestreift. Zu viele, wie sich zeigt, denn die Quantität der Handlungspunkte geht auf Kosten der Qualität. Diesbezüglich unterscheidet sich der Film stark von dem gleichnamigen Klassiker des italienischen Regisseurs Luchino Visconti aus dem Jahr 1972. Den Regisseuren gelingt es nicht, dem Zuschauer die Hauptfigur näher zu bringen. Außerdem werden einige Passagen seines Lebensabends gar nicht erst angesprochen; wohl, um nicht an dem Legenden-Mythos des Königs zu kratzen.

Nichtsdestotrotz ist „Ludwig II“ eine pompöse und für deutsche Verhältnisse durchaus kostspielige Produktion, die vor allem für Nicht-Bayern eine unterhaltsame Geschichtsstunde ist.


Inhalt: Voller Idealismus besteigt Ludwig im Alter von 18 Jahren den bayerischen Thron. In einer Zeit, in der Krieg und Armut allgegenwärtig sind, glaubt er an eine bessere Welt und möchte seine Macht dafür einsetzen, dass sein Volk in Frieden und Glück leben kann. Sein Reich soll zum Mittelpunkt der Schönheit werden, Kunst und Kultur sollen aufblühen, statt in Waffen möchte Ludwig die Staatsgelder in Theater, Musik und Bildung investieren. Er liebt die Opern Richard Wagners, seine Leidenschaft und Bewunderung für seine Werke und deren Sagenwelten sind so groß, dass er den umstrittenen Komponisten an seinen Hof holt. Er stürzt sich mit anfänglich großem Interesse ins politische Geschäft, besetzt mit den Jahren wichtige Posten des Hofstaats mit Vertrauten und schmiedet Allianzen.

Doch die Umstände seiner Zeit sind gegen ihn. So wird sein geliebtes Reich in Kriege mit Preußen und Frankreich verwickelt und erleidet bittere Niederlagen. Seine Minister rebellieren gegen die kostspielige Förderung Wagners. Seine schon fest geplante, vom Volk ersehnte Hochzeit sagt er wieder ab, weil er sich eingestehen muss, dass ihn mit seiner Verlobten nicht mehr verbindet als innige Freundschaft. Ludwig kommt nicht zur Ruhe, zu tief sind auch die Abgründe seiner Seele, die ihn quälen und verzweifeln lassen. Desillusioniert zieht er sich zurück und flüchtet sich – während seine Gegner sich formieren und ihn stürzen wollen – mit seinen Schlössern in ein Traumreich der Phantasie. Bis zu seinem tragischen Tod, der wie Ludwig selbst bis heute „ein ewig Rätsel“ bleibt.

Darsteller: Sabin Tambrea, Sebastian Schipper, Hannah Herzsprung, Edgar Selge, Friedrich Mücke, Justus von Dohnányi, Samuel Finzi, Tom Schilling, Paula Beer, u. a.

Drehbuch: Peter Sehr, Marie Noëlle

Regie: Peter Sehr, Marie Noëlle

FSK: Ab 6 Jahren

Im Internet: www.ludwig2-derfilm.de
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F.W.Walter meint
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